Stigmina pulvinata

Der nachstehende Text wurde vom Baureferat Hauptabteilung Gartenbau der Landeshauptstadt München bereitgestellt.

 

Bedeutung der Linde

Die Linde ist einer der wichtigsten Baumgattungen in unseren Städten. Sie ist eine prägende Hauptbaumart und findet vor allem wegen des breiten Arten- und Sortenspektrums als Straßenbaum und Parkbaum rege Verwendung.
Die zahlreichen Arten und Sorten unterscheiden sich hauptsächlich in ihren Wuchseigenschaften, aber auch in Blattfarbe, Blattgröße, Austriebsverhalten, Herbstfärbung etc. Deshalb können Linden an den unterschiedlichsten Orten sinnvoll verwendet werden.

Linden galten, abgesehen von unbedeutenden Schaderreger wie Läuse, bisher als relativ gesund und robust.
Seit 2006 treten jedoch in verschiedenen Kommunen in Süddeutschland, der Schweiz und in Österreich vermehrt starke Schäden auf, die durch den Pilz Stigmina pulvinata (Zweigsterben und Kronenverlichtung bei Linden) verursacht werden.

 

Schaderreger und Symptome

Betroffen vom Zweigsterben der Linde sind die Kronenbereiche von Bäumen aller Altersklassen. In München wurde das Schadbild hauptsächlich an Tilia cordata (Winterlinde) und seinen Sorten festgestellt.
Der Befall an anderen Lindenarten war geringer. An Tilia tomentosa war bisher in München kein Befall zu erkennen. In der Literatur wird gegenteiliges berichtet, hier soll Tilia cordata weniger betroffen sein als andere Arten.

Im Frühjahr ist vor allem kein regelmäßiger Austrieb vorhanden, sondern viele Feinastbereiche, teilweise bis zum 2. und 3. Jahrestrieb, treiben nicht mehr aus und sterben ab. Im Verlauf der Vegetationsperiode regenerieren sich die Bäume von innen heraus, sodass die meisten Bäume bis zum Herbst wieder geschlossen grün erscheinen. Der ursprüngliche, untergliederte Kronenaufbau ist aber je nach Stärke des Befalls zerstört.
Unterhalb der abgestorbenen Feinastbereiche entstehen oft mehrere neu gebildete Triebe, die miteinander konkurrieren, sodass nach dem Blattfall der 'besenartige' buschartige Wuchs zu erkennen ist. Nach Berichten und Untersuchungen von KEHR et al. fanden sich bei näherer Betrachtung der Triebe zahlreiche Nekrosen der Rinde, die zum Absterben des Kambiums und damit der ganzen Triebe führen können. Manche Stellen werden wieder überwallt.


Auf den Rindennekrosen wurde hauptsächlich der Pilz Stigmina pulvinata gefunden. Der Pilz bildet schwarze Fruchtkörper mit dunklen Konidienmassen, die vor allem an den Nekrosenrändern in den Übergangsbereichen zum gesunden Gewebe zu finden sind. Dies wird als Indiz für die Beteiligung des Pilzes an diesem Schadensausmaß gewertet.

 

Hypothese zur Ursache

Man geht davon aus, dass der Pilz, der schon lange als harmloser Schwächeparasit (Saprophyt) bekannt ist, diese Schäden nur verursachen konnte, weil im Vorfeld die Bäume durch abiotische Faktoren wie kalte Winter, Trockenheit im Sommer, Bodenverdichtung etc. geschwächt waren.

 

Bekämpfung

Bekämpfungsmaßnahmen sind nicht bekannt.

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