Am 15. September 2015 wurde das Spielflächenkonzept der Bundesstadt Bonn beschlossen. Es entstand in enger Zusammenarbeit des Amtes für Kinder, Jugend und Familie und des Amtes für Stadtgrün. Das Konzept beschreibt die pädagogischen, gestalterischen, technischen und organisatorischen Aspekte der Spielflächen im öffentlichen Raum.

Ergebnisse der Spieleforschung belegen, dass das ausgiebige Spielen in der Kindheit die Grundlage für Motivation, Konzentration und Lernfreude bildet. Durch und mit Spielen lernen Kinder entdecken, planen, gestalten, kooperieren und verändern. Von Astrid Lindgren stammt das Zitat: „Kinder sollen mehr spielen, als viele Kinder es heutzutage tun. Denn wenn man genügend spielt, solange man klein ist, trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später sein Leben lang schöpfen kann. Dann weiß man, was es heißt in sich eine warme, geheime Welt zu haben; was man auch erlebt, man hat diese Welt in seinem Inneren, an die man sich halten kann.“ In diesen Sätzen liegt eine tiefgreifende Erkenntnis, die zwischenzeitlich durch Forschungen von Entwicklungspsychologen und Hirnforschern wissenschaftlich bestätigt und im Rahmen der UN-Kinderrechtskonvention international anerkannt wurde. Studien haben gezeigt, dass Kinder, die umfangreiche Spielerfahrungen gemacht haben, z.B. eine höhere Frustrationstoleranz besitzen und optimistischer sind, besser zuhören und Konflikte besser lösen können. Außerdem verfügen sie über differenziertere Grob- und Feinmotorik, eine bewusstere Kontrolle über eigene Handlungen sowie über eine höhere Konzentrationsfähigkeit, differenziertere Sprechfähigkeit und einen umfangreicheren Wortschatz. Wird dem Spiel der Kinder durch die Eltern und andere Erwachsene Aufmerksamkeit und Bedeutung beigemessen, werden Konzentration, Ausdauer, Lernfreude, Anstrengungsbereitschaft, Lösungsorientierung und Belastbarkeit durch die Vernetzung von Nervenzellen im Gehirn angelegt. Diese Anlagen nehmen entscheidenden Einfluss darauf, ob sich ein Mensch im späteren Leben gerne neuen Aufgaben zuwendet, konzentriert lernen kann und handlungsaktiv nach Ergebnissen sucht.

Sind Sinn und Notwendigkeit von Spiel und Bewegung für die Entwicklung von Kindern einerseits erwiesen und anerkannt, so werden entsprechende Möglichkeiten und Freiräume jedoch besonders in Städten und Ballungsräumen häufig bereits aufgrund dichter Bebauung und starken Kraftfahrzeugverkehrs faktisch stark eingeschränkt. In der Stadt sind daher Spielplätze für Kinder und Jugendliche oft die einzigen Orte zum Austoben, gemeinsamen Spielen, kreativen Experimentieren oder einfach nur zum Treffen. Ein vielfältiges und phantasievolles Angebot an öffentlichen Spielplätzen kann daher einen entscheidenden Beitrag leisten, Kinder in ihren Fähigkeiten ganzheitlich zu fördern. Spielplätze sind Orte, an denen Kinder die Welt kindgerecht über ihren Körper, ihre Sinne und ihr Tun wahrnehmen, begreifen und verstehen lernen.

In einem Grundsatzbeschluss vom 08.07.2010 hat der Rat der Stadt Bonn sein Inklusionsverständnis als Leitorientierung für die Ausrichtung kommunaler Politik formuliert. Dieses Grundverständnis bezieht sich ausdrücklich auf alle Menschen, die in der Stadtgesellschaft ganz oder in Teilbereichen ausgegrenzt werden.

Berücksichtigt sind daher nicht nur Menschen mit Behinderung sondern potenziell auch Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen in Armut oder aus schwierigen sozialen Verhältnissen u.a.m. Jeder Mensch in seiner Einmaligkeit, Verschiedenheit und Vielfalt an ganz unterschiedlichen Kompetenzen, Bedarfen und Stärken wird anerkannt. Allen ist die Teilhabe an der Gemeinschaft zu ermöglichen, Barrieren sind abzubauen.

Teilhaben heißt, dabei zu sein, anerkannt zu werden, Wertschätzung zu erfahren, mitwirken, mitgestalten und mitentscheiden zu können sowie gegenseitig von einander zu profitieren. Die Gestaltung von Kinderspielplätzen bietet in besonderer Weise Chancen, ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen. Das Augenmerk ist dabei auf die Umsetzungsmöglichkeiten eines inklusiven Gemeinwesens vor Ort zu richten. Auch aus diesem Grund ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Spielen in Bonn so bedeutend. Das Spielflächenkonzept knüpft genau an diesem Gedanken an. (4.227)

Die Stadt bietet auf ihrer Homepage zusätzliche Hilfestellung zum Thema „Spielplätze in Bonn“ an und beantwortet Fragen wie: „Wo gibt es Spielplätze in Bonn? Wie wird man Spielplatzpate oder -patin? Wie können sich Kinder an der Gestaltung neuer Spielplätze beteiligen?“

Über entsprechende Links finden die Besucher Antworten:

Für alle Angelegenheiten, Anregungen und Hinweise rund um die städtischen Spielplätze ist zudem ein Spielplatztelefon eingerichtet.

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