Cryptostroma corticale

Der nachstehende Text und die Fotos wurden vom Amt für Landschaftspflege und Grünflächen in Köln und in Leipzig bereitgestellt.

 

russrindenkrank 01 225x169Rußrindenkrankheit

Die Rußrindenkrankheit wird durch einen Pilz verursacht, von dem noch keine Hauptfruchtform bekannt ist. Betroffen sind bisher in erster Linie der Bergahorn, seltener Spitzahorn und Feldahorn. Ein Befall macht sich zunächst durch längliche Risse in der Rinde und Schleimfluss am Stamm bemerkbar. Dann verwelken die Blätter, fallen ab und in der Krone sterben Äste ab. Der Baum stirbt ab, oft innerhalbrussrindenkrank 02 225x169 nur einer Vegetationsperiode, seine Rinde reißt auf und ein ausgedehnter, schwarzer, rußartiger Belag wird sichtbar. Diese vom Pilz gebildeten Sporenlager geben der Krankheit auch ihren Namen. Im Splintholz zeigen sich großflächige, blaugrüne Verfärbungen.

Die Krankheit trat in Deutschland erstmals im Jahr 2005 in Baden-Württemberg auf. In den Folgejahren 2006 und 2007 konnte der Pilz für den Raum Leipzig sowie für Dresden und die Rhein-Main-Ebene nachgewiesen werden. In Leipzig war eine große Zahl von Bäumen befallen und in manchen Parks fast alle Bergahorne mit glatter Rinde betroffen. Nur wenige alte Exemplare mit borkiger Rinde blieben verschont.

Nach Beobachtungen von Wissenschaftlern spricht einiges dafür, dass die Bäume russrindenkrank 05 leipzig 225x285nur unter besonderen Stress für die Krankheit empfänglich sind. Der Pilz kann schon in der Rinde gesunder Bäume vorkommen. Als Schwächeparasit wartet er Stressphasen seines Wirts ab, um dann wirksam zu werden. Das würde die schnelle Verbreitung nach Hitze- und Trockenperioden erklären. In Köln ist bisher ausschließlich der Bergahorn betroffen, der 14 Prozent des Kölner Baumbestands ausmacht. In Leipzig befiel die Pilzkrankheit außerdem zwei andere Ahorn-Arten, in Nordamerika waren auch die Hickory-Nuss und Linden schon betroffen.

 

Vorbeugung und Bekämpfung

Da der Pilz verstärkt in Jahren mit Trockenstress, Wassermangel und großer Hitze auftritt, wirkt eine Standortoptimierung, insbesondere eine verbesserte Wasserversorgung, einem Befall entgegen. Altbäume mit einer guten Wasserversorgung sind weniger anfällig.
Erkrankten und abgestorbene Bäume sollten gerodet werden. Wegen der hohen russrindenkrank 04 225x297Sporenproduktion muss dies unter Beachtung strenger Schutzmaßnahmen erfolgen. Dazu zählen u.a. der Personeneinsatz unter Vollschutz, der Abtransport des Holzes unter Planen und ein Verzicht auf Häckselung in trockenem Zustand. U.U. müssen betroffene Bereiche bis dahin abgesperrt werden. Bisher konnte noch nicht geklärt werden, ob die freiwerdenden, durch Windabtrift verbreiteten Sporen unmittelbar eine Neuinfektionen auslösen können.

 

Risiken für den Menschen

Die große Zahl von Pilzsporen an den abgestorbenen Ahornbäumen kann bei intensivem Kontakt auch die Gesundheit des Menschen gefährden. Deshalb wird dringend davor gewarnt, abgestorbene Bergahorne als Brennholz zu verwenden, denn das Zerkleinern setzt große Mengen der Pilzsporen frei. Beim Einatmen der Sporen können diese eine allergische Reaktion hervorrufen, die eine Entzündung der Lungenbläschen nach sich zieht. Die Symptome sind mit einer Staublunge vergleichbar.

russrindenkrank 06 leipzig 225x169Die Patienten leiden unter Reizhusten, Fieber, Abgeschlagenheit und Atemstörungen. In Nordamerika ist die Infektion als Berufskrankheit von Waldarbeitern schon seit längerem bekannt. Die Symptome treten charakteristischerweise sechs bis acht Stunden nach dem Kontakt mit den Sporen auf. Sie halten mehrere Stunden, seltener auch Tage, Wochen oder sogar Monate an.

Wenn Privatleute den Verdacht haben, ein Baum sei von der Rußrindenkrankheit befallen, sollten sie sich an ein Baumpflegeunternehmen wenden. Die Firmen verfügen über das Fachwissen, eine Diagnose zu stellen, und fällen den Baum, falls das erforderlich ist.

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