Ergebnisse einer Befragung der GALK unter kommunalen Akteuren 

Im Sommer 2025 führte der Arbeitskreis Ausbildungswesen eine Kurzbefragung zu kooperativen Weiterbildungs- und Studienmodellen durch. Hierbei geht es zum einen um die dual-praxisintegrierende Ausbildung, während der die Studierenden bereits während ihres Studiums bei der Kooperationsstelle gegen Gehalt beschäftigt werden, dort in der vorlesungsfreien Zeit und im Praxissemester arbeiten und sich meist verpflichten, nach dem Studium ihre Arbeit bei der Kooperationsstelle aufzunehmen. Zum anderen geht es um die dual-ausbildungsintegrierende Ausbildung, die ein Fachhochschulstudium in Kombination mit einer Berufsausbildung zum Gärtner vorsieht.

Insgesamt nahmen 38 Personen teil, hiervon sind 89 % in städtischen Ämtern/Behörden beschäftigt und 11 % in städtischen Eigenbetrieben/Unternehmen. 35 Teil­nehmende gaben an, für welche Kommune sie tätig sind: 40 % befinden sich in Nordrhein-Westfalen, 17 % in Rheinland-Pfalz und 14 % in Hessen. Großstädte sind mit 60 % am stärksten vertreten, gefolgt von Mittelstädten (29 %) und Kleinstädten (11 %). Die Arbeitsbereiche der Befragten erstrecken sich unter andere über Grünflächen und Umwelt, Stadt­entwicklung und Bau, Entwurfs- und Ausführungsplanung, Stadtbäume, Bauhöfe, Friedhöfe, Spielplätze.

Erfahrungen in den Kommunen sind selten, aber positiv

Abb 01 Studienmodell 500x300Die Frage, ob bereits Erfahrungen mit kooperativen/dualen Studienmodellen gemacht wurden (z.B. als Praxis-/Ausbildungsstelle für Nachwuchskräfte), wurde mehrheitlich verneint (65 %). Von den übrigen Befragten berichten jedoch 85 % von (eher) positiven Erfahrungen und lediglich 15 % von eher negativen Erfahrungen (siehe Abbildung 1). Diese kritisieren fehlenden Rückhalt bei Lösungs- oder Verbesserungsvorschlägen, insbesondere „für manche Prozesse“ sowie zu kurze Praxisphasen der Studierenden in der Kommune.

Interesse an Kooperationsmöglichkeiten ist überwältigend hoch

Abb 02 Studienmodell 500x300Mit Blick auf potenzielle „Kooperationsmöglichkeiten mit Hochschulen zur praxisnahen Ausbildung von Nachwuchskräften“, drückten 16 von 34 Befragten aus, sie seien „eher interessiert“. 17 Personen sind sogar „sehr interessiert“. Somit zeigen 97 % der Befragten grund­sätzliches Interesse an Ausbildungsmodellen, die auf praxisorientierte Studien­gänge setzen (siehe Abbildung 2).

Zusätzlich zum grundsätzlichen Interesse wurden auch konkrete Bedarfe abgefragt: „Falls Sie Interesse an Kooperationen mit Bildungseinrichtungen haben: Welche Bedarfe (Abschlüsse, Studien­fächer usw.) sehen Sie konkret in Ihrem Kontext? z.B.:  Weiterbildung Meister/Tech­ni­ker/Ver­waltungs­angestellte der Kommune zu Bachelor Land­schafts­bau/Land­schafts­pla­nung/... oder berufsbegleitendes Studium Bachelor/Master parallel zur Arbeit in der Kommune“. Es wurde mehrheitlich darauf hingewiesen, dass sowohl Weiterbildungen als auch berufsbegleitende Studiengänge sehr gefragt sind. Weiterbildungen zu Master- und insbesondere zu Bachelorabschlüssen sind etwas häufiger genannt als Meister oder Techniker. Defizite herrschen unter den Befragten jedoch in allen genannten Bereichen vor. Unter den explizit genannten Studienfächern stachen als häufigste heraus: Landschaftsbau, Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur.

Tiefergehende Hinweise bemängeln ein zu technisch geprägtes Ausbildungswesen im Garten- und Landschaftsbau. Aktuell würden zu wenige ökologische Grundlagen über Flächen als Lebensräume vermittelt. Einigen Befragten zufolge fehlt es an Wissen über Bodentypen, klimatische Bedingungen, Anpassungsfähigkeiten sowie soziologische Grundlagen und deren Zusammenhänge. Hinsichtlich dualer Studiengänge wurde darauf hingewiesen, dass eine familien­freundliche Ausgestaltung wichtig sei (Flexibilität, niedrige Kosten, Fern­stu­dium), da der Ausbildungsschritt häufig in diese Lebensphase falle. Eine Person wies auf unzureichende Ressourcen im eigenen Amt hin, obwohl durchaus Interesse an Ko­ope­rationen bestünde. Eine Person wies darauf hin, dass Hochschulen räum­liche Nähe zur Kommune aufweisen müssten.

Bei der Konzipierung von Koopera­tionen kann auf Erfah­rungen aufgebaut werden. Hervor­gehoben wurde etwa, dass "die Studie­renden frühzeitig eingebunden werden und nach dem Studium direkt einsteigen können“. Positiv gewertet wurde auch, „dass die Dual­studie­renden (aus­bildungs­integriert) den Betrieb und seine Strukturen von Grunde auf kennen­lernen. Das macht sie schon während ihres Einsatzes während Studiums zu wertvollen Mitarbeitern.“ Dies wird von zahl­reichen Befragten in ähnlicher Form bestätigt.